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Innovationstreiber FinTechs?

Aktualisiert: 13. Aug 2018

Chancen und Risiken für die Finanzdienstleister! Getrieben durch innovative FinTechs und disruptive Technologien entsteht aktuell eine neue Zeit der digitalen Evolution von Finanzdienstleistungen.


Was sind die FDL-Märkte der Zukunft? Welche Chancen und Risiken ergeben sich für die heutigen Finanzdienstleister und welche Rolle werden die FinTechs innehaben? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen aktuell die Marktteilnehmer der FDL-Branche. Der Einfluss von FinTechs auf klassische Finanzinstitute ist durch digitalisierte Spezialisierungsmodelle und deren Innovationen begründet. Dies lässt sich in verschiedene Ausprägungen kategorisieren, die den Markt in unterschiedlichem Umfang bedrohen und durchdringen. Der disruptive Anteil entscheidet über Veränderungsdynamik und -umfang des Marktsegments. Mögliche Reaktionen der klassischen Institute werden in Abhängigkeit der Lukrativität, Flexibilität und Umsetzbarkeit unterschiedlich ausfallen. Kooperationsmöglichkeiten sind bei der Implementierung von FinTech-Technologien oder Auslagerungen betroffenen Knowhows vorhanden. Durch die umfassend disruptive Durchdringung eines Branchensegments werden Finanzinstitute gezwungen sein, Bereiche teilweise oder vollständig aufzugeben bzw. eine Neupositionierung anzustreben. Klare Chancen gegenüber dem Wettbewerb haben klassische Finanzinstitute immer noch im Hinblick auf Qualität und Sicherheit. Im Bereich der Effizienz, Usability und Kundenorientierung generieren die Fin-Techs aktuell hohe Wettbewerbsvorteile.


Langfristiger Einfluss der FinTechs auf den FDL-Markt

Chancen und Risiken der Marktsegmente

Bei Transaktionsgeschäften haben Fin-Techs klare Vorteile und können Geschäftsbereiche vollständig übernehmen. Wird zusätzlich die regulatorische Konformität gewährleistet, ist eine einflussstarke Position mit Weiterentwicklung zur Mass Customized Distribution Bank möglich. Zusätzlich wachsen digitale Player mit umfangreichen, hochgradig individualisierten Mehrwertprodukten, wie z. B. Amazon oder Ebay, durch Reichweite und anhaltende Produkt- und Service-Neuentwicklungen zu bedeutenden Playern im Finanzmarkt heran. Aktuell reagieren die klassischen Finanzinstitute auf die Entwicklungen der digitalen Investitionen mit der Einhaltung der regulatorischen Konformität und finanziellen Sicherheit. Hierdurch wird der bestehende Markteinfluss zumindest gehalten sowie die eigene Positionierung auf dem Markt der Zukunft gestärkt.


Beispiel I: Bitcoin – Zahlungswährung der Zukunft!?

Das Wachstum der digitalen Währung Bitcoin ist beeindruckend. Allerdings stellen die regulatorischen Vorgaben, insbesondere im Geldwäscheumfeld, hohe Ansprüche an Sicherheit und Transparenz. Hierdurch sind Grundregeln für Finanzgeschäfte im Sinne der Offenlegung von Identitäten und Transparenz notwendig, was diese Art des Zahlungsgeschäftes verkompliziert. Weiterhin haben klassische Institute, welche die Relevanz umfangreicher Investitionen in Digitalisierung rechtzeitig erkennen, eine gute Ausgangslage für diesen neuartig agilen, stark technologisierten und digitalisierten Markt.


Beispiel II: Santander Bank – digitale Kooperationspartner

Dieses Beispiel zeigt, dass man mit der Blockchain Technologie „Ripple“ seinen Kunden den internationalen Zahlungsverkehr innerhalb von Sekunden anbieten kann. Somit treibt die Santander Bank ihren Prozess im Fall „Ripple“ voran und konkurriert mit den FinTechs um den Markt der innovativen Finanzdienstleistungspartner. Spezialisierte FinTechs haben als First-Mover das Potenzial, neue Geschäftsmodelle zu generieren, mit denen sie Daten und Informationen entwickeln und mit großem Geschick eine Geschäftsbasis generieren, welche ab einer gewissen Marktgröße zu dem Potenzial der Marktkapitalisierung führen wird.


Spezialanbieter werden verschwinden oder integriert

In bestehenden Marktsegmenten werden spezialisierte FinTechs und andere Unternehmen voraussichtlich von digitalisierungsstarken Finanzdienstleistern gekauft und ins eigene Unternehmen integriert oder von mehrwert-bringenden Konkurrenten verdrängt. Eine solche Prognose lässt sich im Segment der FinTech-Vermittler – ein Beispiel wäre der Online-„Berater“ javaloo – treffen, wenn diese es nicht schaffen, ihr Geschäftsmodell aus neuartigen Entwicklungen, wie z. B. Chatbots auszubauen und umfangreiche Servicepakete anzubieten. Sie werden von ganzheitlichen Service-Lösungen und Portalen integriert und können nicht mehr selbstständig bestehen.


Beispiel III: Finanzcheck/Check24

Übernahmen oder Kooperationen mit diesen Plattformen bieten die Möglichkeit neuer Vertriebskanäle und vernetzter Dienstleistungsangebote, um die sich wandelnden Kundenanforderungen auch über Branchengrenzen hinweg zu erfüllen. Für Finanz-Informationsportale lässt sich durch die aktuell branchenweite Relevanz qualitativ hochwertiger Daten und Informationen ein Marktwachstum prognostizieren. Voraussetzungen im Bereich der Informationsaufbereitung sind die Implementierung neuer Technologien, wie z. B. „Artificial Intelligence“, und die Umsetzung der Informations-Vielfalt bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung. Innerhalb des Marksegments der personalisierten Finanzvermittler ist eine vertrauensvolle Kundenbeziehung von elementarer Bedeutung.


Markt steht vor großen Veränderungen

Fazit: Die Karten werden neu gemischt

Die Zukunft liegt im progressiven Zusammenspiel! Dieser tiefgreifende Wandel auf dem Finanzdienstleistungsmarkt wird die bestehenden Segmente neu strukturieren und aufgrund digitaler Konkurrenzbereiche werden diese divergierend neupositioniert. Ein progressives Zusammenspiel von Fin-Techs und klassischen Finanzinstituten wird provoziert, sodass etablierte Markt- und Wettbewerbsstrukturen aufbrechen. Trotz vieler Umbrüche und Krisen hat im Vergleich zu anderen Branchen der Finanzdienstleistungsmarkt lange Zeit weniger grundlegende Innovationsveränderungen genutzt, um sich neu zu positionieren. Es wird vordergründig zu beobachten sein, dass die Veränderungsdynamik innerhalb der Branche deutlich zunehmen wird, indem neue Geschäftsmodelle aufgrundelementarer Technologien und tiefgreifender Kundenbedarfe in Form von Smart Everything über Wertschöpfungsgrenzen als digitale Value Chains entstehen werden.


Hier geht es zum Artikel in der gi Geldinstitute 01/2018.


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