FIT FOR FUTURE – MIT DEM REGULATORY DATA AUDIT

Transformation trifft Stabilität in der Versicherungsbranche


Regulatorische Treiber, digitale und technologische Innovation, zunehmender Kostendruck und verschärfter Wettbewerb - Die Herausforderungen für die IT der Versicherungen sind vielschichtig und schnelllebig.


Ob auf europäischer oder auf nationaler Ebene, der Gesetzgeber zwingt die Versicherungswirtschaft laufend zur Umsetzung umfangreicher regulatorischer Anforderungen. Letztlich beabsichtigen diese Vorgaben, durchgängige und konsistente Transparenz zu erzielen. Für Versicherungsunternehmen bedeutet dies meist, sich komplexen Richtlinien verpflichten und teure aufsichtsrechtliche Regulatorik-Großprojekte umsetzen zu müssen, ohne dass sich daraus unmittelbar wettbewerbsrelevante Vorteile ergeben.


Der regulatorische Druck steht demnach im klaren Konflikt zum Innovations-und Transformationsbedarf der Branche. Dies stellt die Branchenakteure insbesondere vor große fachliche und IT-technische Hürden. Die Umsetzung aller Verpflichtungen, bei gleichzeitiger Berücksichtigung neuartiger Kundenbedarfe, erfordert umfangreiche Anpassungen von Systemen und Geschäftsprozessen. Hinzu kommt, dass viele Versicherer veraltete Lösungen nutzen, die nur mit großem zeitlichem und finanziellem Aufwand um die neuen gesetzlich vorgeschriebenen oder nutzergeforderten Funktionalitäten erweitert werden können. Es gilt, diese Herausforderungen und Trends frühzeitig zu identifizieren und ihnen strategisch und effizient zu begegnen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im digitalen Zeitalter zu sichern.


Welche Trends treiben den Innovationsdruck auf Versicherer?


„Risikoscheu, traditionsbewusst, antiquiert“ – ihrem Ruf nach gilt die Versicherungsbranche als zurückhaltend, wenn es um neue Technologien und digitale Innovationen geht.

Und doch treiben die Geschäftsmodelle von InsurTechs die Transformation der Brache: innovative Startups, die sich ebenso als Technologie- wie Versicherungsunternehmen definieren und mithilfe unkonventioneller Methoden digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Sie arbeiten kundenzentriert und rücken das Grundprinzip einer Versicherung – die kollektive Absicherung von Risiken – wieder in den Fokus ihrer Aktivitäten.


Gleichzeitig ändert sich das Kundenverhalten: Die Generation der Zukunft stellt andere, meist höhere Ansprüche an Versicherer, die ihre Produkte und Services an diese neuen Anforderungen anpassen müssen. Doch eine klare Ausrichtung auf die Customer Experience ihrer Kunden ist vielen Versicherern fremd. So rücken beispielsweise Wearables in den Datenfokus von Usern: smarte Gadgets sind aus dem Alltag vieler Versicherungsnehmer nicht mehr wegzudenken. Für Versicherungen können solche Geräte zu einer wichtigen Datenquelle werden, die ihnen die Bedürfnisse und Gewohnheiten ihrer Kunden näherbringt und ihnen hilft, ihre Produkte und Services daran auszurichten.


Auf Grundlage dieser und einer Vielzahl weiterer innovativer Daten-generierender Kanäle und Touchpoints werden Analytics und Smart Data für Versicherungsunternehmen zu einer Kernkompetenz, die die Arbeit des Aktuariats, des Underwritings und des Schadensmanagements von Grund auf verändern wird. Voraussetzung für die Erzeugung smarter Daten und Vorhersagen, ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Diese eröffnet neuartige Möglichkeiten im Kontext Predictive Risk Management, Kundenzufriedenheitsanalyse, Schadenersatzforderungspotenziale und vielen weiteren Analysebereichen der Versicherungen.

Die Potenziale, die diese Trends der Innovation und Data Science mit sich bringen, gilt es zu erschließen, um im disruptiven Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Die digitale Transformation kann allerdings nur unter stringenter Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen erfolgen. Die regulatorische und strategische Analyse der IT-Themenbereiche soll Aufschluss über die Handlungsbedarfe geben, die die Voraussetzungen für die technologische und datenorientierte Transformation des Gesamtunternehmens schaffen sollen.



Voraussetzung für regulatorikkonforme Innovation: Regulatory Data Audit


Eine dedizierte Review der Datenlandschaft aus rechtlicher und regulatorischer Sicht hat eine Reflexion der IT-Handlungsfelder und der wesentlichen Dimensionen der Cloudarchitektur im Fokus. Ziel ist die Ableitung von Optimierungs- und Transformationsbedarfen und entsprechender Maßnahmenpaketen, um die gesamte IT zukunftsfähig auszurichten. Das Vorgehensmodell des Regulatory Data Audit wird in einer interaktiven Workshopreihe unter Zuhilfenahme qualitativer und quantitativer Analysemethoden aufgesetzt.


Initialisierung:

Entlang der 9 IT-Dimensionen „Architektur & Technologie / Strategie & Konzeption / Auslagerung & Partner / Daten & Informationen / Risk & Security / Governance & Finance / Kunden & Leistungen / Mitarbeiter & Führung / Organisation & Prozesse“ ist ein umfassender Fragebogen aufgesetzt, der entsprechend den Spezifika des Unternehmens und seiner IT detailliert und ausgeprägt wird.


Targeting:

Die Themenfelder und Interessensgruppen der IT-Dimensionen bestimmen wie Konstellation der Workshopteilnehmer. Zu involvierende Organisationsbereiche und Interviewpartner werden gezielt ausgewählt, eingeladen und vorab instruiert.


Assessment:

Kern des Data & Regulatory Audits ist die Durchführung der Workshops zur Reifegradbestimmung der Datenlandschaft und regulatorischen Konformität. Anhand des Fragebogens werden die Dimensionen nach vorgegebenen Analyseschemata von den Experten (Interviewpartner) bewertet. Die Auswertung und Konsolidierung der Antworten resultieren in einer Reifegradbestimmung für jede Dimension.

Die Einwertung ermöglicht eine Ableitung und Definition der einschlägigen Handlungsfelder.



Rating:

Eine Zusammenführung aller Workshopergebnisse gibt ein übergreifendes Bild zur Ist-Situation der IT-Innovationskraft. Auf Grundlage der Reifegradbewertung und der identifizierten Handlungsfelder können nun konkrete Maßnahmen zur effizienten Behebung der Schwachstellen definiert werden. Maßgeschneiderte Lösungen in allen Dimensionen sollen dazu beitragen, die Zukunftsfähigkeit zu sichern, eine proportionale regulatorische Konformität zu gewährleisten und elementare Krisensituationen zu vermeiden.

Erfahrungsgemäß ranken sich Optimierungsansätze für Versicherungsinstitute um Themenfelder wie beispielsweise:

  • IT Target Operating Model: Die zukunftsorientiert ausgerichtete Entwicklung einer agilen Organisation und einer effizienten Prozesslandschaft ermöglicht den kundengerechten digitalen Wandel und garantiert einen schlanken Betrieb.

  • Nachhaltige digitale Transformation mit BD-AI-Strategie: Die Definition zukunftsweisender Strategien und der Aufbau sowie die Verankerung moderner Architekturen (IT / Data / Cloud) und deren effizientes Management zielen auf eine nachhaltige Transformation ab.

  • Big Data und Data Science: Die Definition passgenauer Data Use Cases bis hin zu produktiven Lösungen setzt den Aufbau entsprechender Systeme und Data-Science-Modelle voraus.

  • Effiziente Steuerung: Eine moderne Unternehmenssteuerung schafft Transparenz über die Profitabilität einzelner Geschäftsbereiche. Handelsrechtliche, regulatorische und ökonomische Perspektiven müssen im Sinne einer integrierten Risk-Return-Steuerung gesamthaft betrachten werden. Dies erfordert belastbare Spitzenkennzahlen (KPI), ein effizientes Capital Management Framework und Tools für schnelle Szenarioanalysen.

  • Regulatory Management und Reporting: Die Definition geeigneter Maßnahmen zur Automatisierung von Pflichtmeldungen und die fachliche Konzeption sowie technische Umsetzung zur Einhaltung von Regulatorik und Nachhaltigkeitskriterien sind digitale Erfolgsfaktoren der Effizienz.

  • Ökosysteme: Entwicklung neuer Lösungen im Zusammenspiel der Kompetenzen verschiedener innovativer Partner für einen ganzheitlichen neuartigen Kundennutzen. Betreiber derartiger Ökosysteme bekommen durch die umfassende Ausrichtung und Omnipräsenz ihrer Produkte eine Sogwirkung, ziehen Kunden an und gewinnen so an Marktmacht. Viele weiter, dezidiert abgeleitete und spezifizierte Maßnahmen bestimmen das zukunftsweisende Zielbild der untersuchten Versicherungsinstitute.


Advice

Die abgeleiteten Maßnahmen und identifizierten Erfolgsfaktoren werden nach definierten Kriterien priorisiert und in eine Roadmap überführt. Mittel-/langfristig betrachtet wird das Versicherungsinstitut mithilfe des kompakten und stringenten Audits und der Ergebnisobjekte befähigt, sich innovativ und strategisch wettbewerbsfähig auszurichten. Es gilt diese Positionierung nachhaltig fortzuführen.


Hebel und Erfolgsfaktoren der Transformation


Die digitale Transformation und Disruption der Versicherungswirtschaft ist wie in allen Branchen bereits in vollem Gange, sodass es gilt, die Veränderungsprozesse aktiv und effizient zu gestalten.


Starre Traditionsunternehmen müssen zunehmend auf Technologien wie Blockchain, Smart Data und IoT setzen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Zugleich muss die Flut neuer regulatorischer Vorgaben termingerecht und rechtssicher, aber zugleich effektiv und kostenschonend umgesetzt werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Transformation, die Innovationspotenziale ausschöpft und dabei regulatorische Konformität gewährleistet, ist das Regulatory Data Audit. Hier werden Hebel der Transformation identifiziert, Erfolgsfaktoren generiert, langfristige und nachhaltig Potenziale erschlossen und Handlungsfelder im Sinne der ganzheitlichen strategischen Ausrichtung umgesetzt.


Fazit: Digitale Technologien eröffnen neue Daten- und Innovationsgetriebene Möglichkeiten für Versichrungsinstitute. Doch stehen die Akteure vor der zentralen Herausforderung, innovative und individualisierte Lösungen kunden- sowie marktzentriert und dabei wertschöpfend, nutzenmaximierend und gleichzeitig regulatorikkonform umzusetzen. Es gilt interne Workflows, Strukturen und Architekturen agiler und effizienter zu gestalten, um allen zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Die Innovationskraft und das Veränderungspotenzial der Versicherungsbranche ist immens – richten Sie Ihre Organisation danach aus!


Autoren: Ingrid Vollweiter & Matthias Jostock